23.4h – Prog Check X-Country

Heute hatte ich meinen Progress Check für solo cross-country Flüge. Gestern Abend musste ich meinen Soloflug nach Bellingham planen. Den heutigen Flug habe ich sogar im Flight Simulator geübt, so dass ich lernte etwas effizienter mit der ganzen rechnerei umzugehen. Dabei habe ich das Wichtigste vergessen: Aus dem Fenster zu schauen!

Der Flug war geplant, die Funksprüche geübt und der Check war erst um 2pm. Ich skypte mit meiner Freundin mitten in der Nacht und heute Morgen schlief ich ordentlich aus. Schliesslich war alles schon getan für den Flug. Im Büro der Flugschule angekommen sah ich mir nochmals das Wetter an. Es war 1pm. “Florian, you know how to plan a flight, right?” – “Yeah sure, I’m ready to go to Bellingham!” – “Okaaay. Then plan a flight within 30 Minutes, to Port Angeles!”

Soviel zu meiner Flugplanung einen Tag im Voraus. Also dann. Neuer Plan:

Paine-Field-to-Port-Angeles

Mein Fluglehrer gab mir die letzten Tipps und schob noch ein: “I told him you’re a really good student. Be prepared for everything.” Auf mich wartete also eine Herausforderung.

Bevor ich auf die Piste rollte, aktivierte ich meinen Flugplan und schaute links und rechts, ob ein anderes Flugzeug gerade am landen oder starten war. Ich sah nichts, erhielt die Takeoff Clearance und rollte auf die Piste. Etwa 20 Meter in der Luft, gingen vor mir auf einmal Landelichter an. Die Lichter gehörten einem Flugzeug, das sehr nah erschien und auf mich zu kam. Die Flügel waren gut erkennbar. Ich wurde langsam etwas nervös, hatte ich doch noch zu wenig Höhe, um eine Kurve zu beginnen. Das Flugzeug vor mir wurde immer grösser und bewegte sich nicht – ein Zeichen, dass wir auf Kollisionskurs waren. Weshalb sagte der Tower nichts?! In etwa 100 Meter Höhe wurde es mir zu nah, ich begann eine Kurve. Das Flugzeug erkannte ich noch immer nicht. Ich benachrichtigte den Tower:

“Paine Tower, Cessna 67991 is turning early crosswind. Traffic ahead.”

“Paine Tower, 991 Roger… Experimental 747 Heavy, cleared to land rwy 16 right. Traffic is a Cessna on crosswind.”

Ich blickte über meine Schulter und sah den Jumbojet landen. Allerdings muss ich sagen, dass die Situation nicht gefährlich war. Da es ein riesiges Flugzeug war, sah es in der Distanz aus, wie ein kleines Flugzeug aus der Nähe ausgesehen hätte. Der Checkflug-Prüfer, Deane, regte sich darüber auf, dass der Tower nichts gesagt hatte. Und ich hatte noch immer, auf gut Deutsch, den Schiss in der Hose.
Auf halbem Weg nach Port Angeles wurde das Wetter schlecht – in unserem Szenario jedenfalls. Ich musste nun einen alternativen Flugplatz finden und dort landen. Ich begann sofort den Kurs, die Distanz, Benzinverbrauch und was weiss ich, zu berechnen. Ich hätte besser mal aus dem Fenster geschaut. Der Flugplatz war genau unter mir, als Deane mich dort hin schickte. Guter Trick, guter Trick… Als ich mit meiner Berechnung fertig war und ich auf einmal feststellte, dass irgendetwas nicht stimmte, fragte mich Deane wo der Flugplatz sei. Ich war mir ziemlich sicher, ihn am Horizont zu erkennen. Während meiner Antwort brachte mich irgend ein böser Gedanke dazu, nach hinten zu sehen. Und hoppla: Da war Jefferson County.

Mein Instrumententraining mit Isaac und der Flugsimulator haben mich dazu getrimmt, nicht mehr nach draussen zu schauen. Schau nach draussen Florian…das war wohl die wichtigste Lektion von heute. Wieder was gelernt! =)

lost-comic-Island

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