32.2h – Long X-Country

Der Flug passte mir irgendwie von Anfang an nicht. Schlussendlich bin ich aber doch, mit einem Lächeln im Gesicht, aus dem Flugzeug gestiegen.

Vor dem Flug wartete ich zwei Stunden auf besseres Wetter. Mein Flugplatz meldete offiziell eine Wolkendecke auf 2700 Fuss. Ab 3000 Fuss durfte ich gehen. Östlich vom Flugplatz war die Wolkendecke. Doch Westlich, dort wo ich hin wollte, war der Himmel blau. Während den zwei Stunden lernte ich einen Piloten aus Texas kennen. Er erzählte mir von seinem Traum, die Erde zu umrunden. Da wir eh nichts besseres zu tun hatten, packten wir eine Weltkarte und begannen seinen Flug zu planen. Mitten in China stellte ich fest, dass das Wetter in den USA unterdessen besser geworden war. Zeit, wieder in kleineren Dimensionen zu denken!

Ich flog gegen den Uhrzeigersinn und startete unten rechts:

long-x-country

Im Norden, beim grün-weissen Punkt (Bellingham), hätte ich eigentlich landen sollen. Auf der Frequenz des Tower stimmte aber etwas nicht. Das automatische Wetter konnte ich nicht abhören und als ich mich meldete, hörte ich den Tower am Walkie-Talkie: “Calling aircraft over Eliza Island, Tower is not in operation. No practice flights today. Remain clear of airspace Delta.”

Ganz schön baff drehte ich wieder in den Süden. Ich meldete mich beim Controller von Whidbey Island. Das ist der Militärflugplatz in der Mitte der violetten Kreise. Ich glaube, ich war auf der falschen Frequenz (obwohl sie eigentlich hätte stimmen sollen…). Da waren dutzende Flugzeuge durcheinander am Funk. Ich verstand Bahnhof. Als ich mich meldete, bekam ich keine Antwort. Nach einem Radiocheck wurde ich auf eine andere Frequenz geschickt. Na dann… ich fühlte mich irgendwie herumgeboxt. Ich meldete mich zuvor etwa drei Mal, ich sei Student Pilot und trotzdem sagte mir keiner, was Sache war.

Auf der neuen Frequenz klappte dann alles. Ich durfte durch den Luftraum der US Air Force durchfliegen. Ich fühlte mich, als hätte ich die Polizei im Rücken. Unter mir standen Kampfjets (F-16 und Prowler) und um mich kreiste ein Radarflugzeug. Plötzlich wurde ich von einer FedEx Grand Caravan überholt. Das Flugzeug war ziemlich nah und winkte mir mit den Flügeln. “Bloss raus hier!”, dachte ich mir. Ich wollte ja nicht noch vom Militär abgefangen werden! haha…

Auf dem Weg nach Port Angeles, ganz links auf der karte, beruhigte ich mich langsam wieder. Es war sogar plötzlich ruhig am Funk. Ich versuchte mein bestes und war mit der Landung zufrieden. Ich gab wieder Gas und stieg zurück in den Reiseflug.

En route, zurück zum Paine Field, hatte ich endlich wieder das Gefühl, dem Flugzeug einen Schritt voraus zu sein.

Heute habe ich viel erlebt. Sehr sicher fühle ich mich in der Luft noch nicht. Nun gut, dieses Gebiet ist ja auch nicht gerade das einfachste für einen armen, armen Flugschüler wie mich. 🙂

Happy landings!

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