15.5h – I will fail you if…

Heute hatte ich zwei Lektionen. Die erste zur Korrektur der Pre-Solo Knowledge Written Exam und die zweite für den Pre-Solo Checkflight. Dieser war derart intensiv, dass ich nur noch schlafen möchte.

Der Checkflug wurde von einem FAA Examiner abgenommen. Er war ein unscheinbarer Asiat mit Erfahrungen aus dem Militär. Er kam mir etwas vor wie die Allwissenden Karate-Künstler aus einem Film.

Wir befanden uns zu zweit im Schulungszimmer. Ich am Whiteboard. Mir wurden unzählige Fragen gestellt und ich musste die Antworten aufschreiben und aufzeichnen. Ich glaube er bemerkte, dass ich mich gut vorbereitet hatte. Entsprechend setzte er die Messlatte hoch. Der Prüfer zählte viele Dinge auf, welche mich durchfallen lassen würden. Und ich dachte, es sei keine Prüfung!

Er gab mir vier Anweisungen für den Flug, ein Layout für den Flug. Bevor das erledigt war, gab es keine weiteren Angaben. Fragen nicht erlaubt.

1. Departure heading 280°

2. 2300ft msl

3. 360°

4. set up for slow flight immediately

Der Prüfer zischte ab. Ich wusste nicht so recht, ob ich jetzt direkt zum Flugzeug gehen sollte. Ich erlaubte mir trotzdem einen Blick aufs Wetter. Danach ging ich zum Flugzeug, er lief mir entgegen. “Where’s the wind from? What’s the ceiling?” – “230 at 6, 2300 scattered!”, schoss es aus mir heraus. “Okay, correction for the flightlayout: 2000ft.” Puh, ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich nicht hätte antworten können…

Nervös setzte ich mich ins Flugzeug. Ich setzte einen guten Anfang und meldete mich auf der falschen Frequenz. “Paine Tower Cessna 67991 at central ramp for westbound departure with information Tango.” – “Contact ground point eight.” Daraufhin folgte ein Moment, in dem ich dachte ich könne gar nichts mehr – alles verlernt! Der Examiner klopfte mir auf die Schultern. Ich könne mich entspannen, die Theorie liefe doch sehr gut. An meiner Gefühlslage änderte sich überhaupt nichts.

Ich rollte zur Piste. Zu meinem eigenen Erstaunen wusste ich stets wo der Wind her kam und wie die Korrektur aussehen musste. Das Wetter war übrigens schlecht, es begann zu regnen. Der Seitenwindstart verlief super, ich arbeitete wortlos die vier Punkte durch. In dem Moment, als ich den vierten Punkt ausführen wollte, kam ein Kommentar: “Don’t forget the clearing turns, ts ts ts.” Die Worte ohrfeigten mich.

Von dort an verlief jedoch alles sehr gut. Bald hatte ich wieder das Gefühl, nicht völlig hilflos zu sein.

Ich erinnerte mich an die Worte: “If you don’t land aligned to the centerline or the landing is hard, I will fail you.”

Es folgte die schönste Landung seit Beginn meiner Ausbildung.

 


Heute hörte ich alles zwischen Lob und Kritik.

– ‘You are WEAK in using the checklists!’

– ‘The wind corrections beautiful, just beautiful.’

– ‘Clearing turns, ts ts ts.’

– ‘Say again.’ nicht ‘Please repeat…’

– ‘NEVER apologize or say please on the radio, that stops here and now.’

– ‘You have the attention outside of the cockpit, I like it.’

Fazit: Ich funktioniere unter Stress, ich glaubte nur nicht daran. =) Den Pre-Solo Checkflug habe ich bestanden. Ich fühlte mich noch nie in meinem Leben derart gefordert wie heute. Spannend.

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